Kategorie-Archiv: Küchenhelfer

Alles was der Koch so braucht, oder auch nicht

Der geniale(?) Gemüseschneider

Wie in unserem Beitrag Rindfleischsalat vom Tafelspitz erwähnt, haben wir uns einen angeblich genialen Gemüseschneider geleistet, der sich sehr schnell als ziemlicher Rohrkrepierer erwies. Gut, er war nicht teuer, aber zum Fenster sollte man das Geld ja auch nicht gerade hinausschmeißen. Sivie von Küchengeister bat mich, das Wunderdings vorzustellen, was ich hiermit tun will.

Er sieht aus wie ein überdimensionales Klapphandy

Gemüseschneider

Gemüseschneider

Das Oberteil (Druckplatte) ist drehbar mit dem Unterteil (Auffangschale) verbunden. In die Auffangschale wird ein Aufnehmer für die 3 auswechselbaren Schneideinsätze eingesetzt

  • Quadrate mit 5 mm Seitenlänge
  • Quadrate mit 10 mm Seitenlänge
  • Scheiben mit 5 mm Dicke

Die Schneidfläche ist 80×80 mm groß.
Dabei ist auch noch eine Art Rechen, um die Zwischenräume der Druckstempel (aus Kunststoff) zu reinigen.

Gemüseschneider von der Seite

Gemüseschneider von der Seite

So sieht er von der Seite aus. Das Braune ist übrigens ein Rührlöffel ;-)

Laut Werbung ist er inbesonders zum Schneiden von Zwiebeln und sonstigem mittelharten Gemüse wie Radieschen, aber auch hartgekochten Eiern geeignet. Das hört sich ja ganz gut an, aber …

Der erste Versuch mit Zwiebeln ging gewaltig schief, weil ich die Zwiebel nur halbiert hatte und es trotz größter, für das Teil zumutbarer, Kraftanstrengung nicht schaffte, durch die Zwiebel zu kommen. Erst als ich sie in etwa 5-6 mm dicke Scheiben schnitt, ging es. Davor war allerdings eine größere Reinigungsorgie angesagt, weil sich sowohl die Öffnungen des Schneideinsatzes als auch die Stempel der Druckplatte mit Zwiebelteilen füllten und sich nur mit viel Mühe entfernen ließen.

Im nächsten Versuch wollte ich Mozzarella in Stifte schneiden. Die Stempel füllten sich mit Käse und es war ein Riesenaufwand, sie trotz beigelegtem Rechen wieder ganz sauber zu bekommen. Bei dem Prinzip hätte es eigentlich klar sein müssen, dass es eigentlich nicht richtig funktionieren kann.

Bei hartgekochten Eiern passiert vermutlich dasselbe, weil sich die Stempel in das Schneidgut bohren und die Zwischenräume der Druckplatte dadurch verstopfen.

Essiggurken konnte man damit gut schneiden, sofern sie zuvor in Scheiben von ca. 6 mm geschnitten wurden. Genauso Kartoffeln (in Scheiben).

Kartoffelwürfel

Kartoffelwürfel

Das Ergebnis konnte sich zwar sehen lassen, wenn ich allerdings den Platzbedarf und den Reinigungsaufwand bedenke, lautet das Urteil ‘nicht empfehlenswert’. Mit einem anständigen Messer geht es eigentlich genau so gut, zumal man das Schneidgut zuerst sowieso in Scheiben schneiden muss.

Die Waage – endlich!

Ausdauer lohnt sich letztlich doch – seit Jahren suche ich nach einer Waage, die mir beim Backen auch Kleinstmengen präzise anzeigt. 1-Gramm Schritte wie sie die meisten Waagen versprechen, blieben letztlich leider nur ein Traum.

Als ich schon fast aufgegeben hatte, fiel mir in meinem bevorzugten Haushaltswarengeschäft in der wunderschönen Fachwerkstadt Kirchheim/Teck das Objekt meiner Begierde auf – und das von einem schwäbischen Unternehmen, ebenfalls ganz in meiner Nähe. Tsss… das hätte ich dann doch schon früher finden müssen.

Im Allgemeinen bin ich nicht sehr pedantisch. Wenn es aber um die Bäckerei geht, möchte ich schon gerne 0.5 Gramm Hefe abwiegen können, da bin ich eigen ;-)

Waage_1

Man kann mit ihr zwar nur maximal 500 Gramm abwiegen, das ist aber nicht weiter schlimm, denn im Laufe meiner Suche nach der geeigneten Waage hat sich bei mir auch schwereres Gerät angesammelt.

Und da ist sie nun die Soehnle QC Type Ultra 2.0 und endlich weiß ich auch, was der Objektivdeckel eines meiner Canon-Objektive wiegt – das hat mich schon immer brennend interessiert ;-))

Waage_2
Da sie auch auf Unzen umgestellt werden kann, sind auch Kleinstmengen in amerikanischen Rezepten kein Problem mehr.

Die Abdeckung läßt sich platzsparend über die Waage schieben und kann nach Bedarf quer eingerastet werden. Hier mit einem Hauch Mini-Basilikum – an dem komischwerweise die sonst so lästigen Nacktschnecken keinerlei Gefallen finden und der deshalb so richtig im Garten wuchern kann.

Waage_3

Zitruspressen

Hedonistin wollte gerne wissen, welche Zitruspressen wir in Gebrauch haben.

Bei mir sind es drei verschiedene:

  • der Holzstöpsel für den schnellen Spritzer Zitronensaft zum Abschmecken,
  • die Edelstahlpresse, die schon ein ehrbares Alter hat und mir als alleiniges Werkzeug über viele Jahre gute Dienste geleistet hat
  • und last but not least die elektrische Presse, die ich immer griffbereit in der Speisekammer stehen habe. Sie fasst einen halben Liter Saft und kommt immer dann zum Einsatz, wenn ich größere Mengen Bio-Zitronen eingekauft habe, was bei mir recht häufig vorkommt. Schneller könnte ich meine Zitrusfrüchte mit Muskelkraft nicht verarbeiten. Der Saft wird in Eiswüfelbehältern eingefroren, so habe ich immer einen Vorrat an Zitronensaft greifbar. Ich nutze dann auch gleich die Gelegenheit, mir einen Vorrat an Zitronenschale anzulegen. Die Schalen werden blanchiert und eingefroren oder kommen getrocknet in Zucker.

Zitruspressen

Die Zitruspresse zur Küchenmaschine nutze ich eigentlich nie, denn so gut die Kenwood Major auch sein mag, bei der Zitruspresse haben sie meiner Meinung nach einen Flop gelandet.

Mein neues Spielzeug, der Mangosplitter

Kleine Kinder spielen gerne, große noch viel lieber, das ist hinlänglich bekannt. Ich habe wieder ein neues Spielzeug entdeckt und auch gleich gekauft, weil ich mit Mangos immer ein bisschen im Clinch liege. Diese glitschigen Früchte – wenn sie gut reif sind – sind mir von der Handhabung nicht sehr symphatisch, vom Geschmack allerdings umso mehr.

Bei meinen Edeka Märkten liegen diese Splitter neuerdings bei den Mangos. Optimaler kann man sie aus Vermarktungsgründen eigentlich nicht plazieren.

Das Produkt kommt aus Holland und ich bin ganz happy damit. Die Mango ist ruckzuck geschnitten, ich brauche dann nur noch die einzelnen Teile mit der Haut umzustülpen, die gewünschten Würfel einzuritzen und von der Schale zu schneiden.

Mangoschneider_1

Man muß es nicht unbedingt haben, aber ich finde es ist ein ‘nice to have’. Da es nicht viel Platz benötigt, habe ich keinerlei Gewissensbisse, sonstige Anschaffungen sind meistens großformatiger ;-)

Man stellt die Mango auf den Blütenansatz und schneidet sie eventuell etwas flach, was bei einer reifen Mango allerdings nicht nötig ist, bei ihr genügt ein kleiner Druck.

Mangoschneider_2

Dann drückt man durch, was so einfach ist, als würde man durch Butter schneiden und schon ist der Kern recht sauber von den fleischigen Hälften getrennt, ein bisschen Fleisch bleibt noch am Kern, darüber freute sich die Köchin ;-)

Mangoschneider_4

Zuletzt muß man nur noch die Hälften in die gewünschten Formen einritzen und von der Schale schneiden, das geht ganz einfach.

Immer eine reife Mango vorausgesetzt, mit einer unreifen habe ich es noch nicht versucht, die kaufe ich gar nicht erst.

Diesmal habe ich mit der Mango eine Mango-Möhren-Suppe mit viel Ingwer zubereitet, die blogge ich erst morgen ;-)

Apfelausstecher

Jetzt muß ich doch einmal eines meiner Lieblingswerkzeuge ins Licht rücken.

Der Apfelausstecher der schwäbischen Metallwarenfabrik mit den drei Buchstaben gehört schon sehr lange zu meiner Grundausrüstung. Ohne ihn würde ich sehr viel mehr Zeit damit zubringen, Äpfel, Gurken, Zucchini, Kürbisse oder Melonen auszuhöhlen, er hat einfach einmal ein kleines Lob verdient.

Die schmale klingenförmige Stahlfeder kann sowohl von der großen als auch von der kleinen Seite angesetzt werden und sie schneidet sehr zuverlässig auch härtere Kerngehäuse aus beliebigen Früchten aus. Sicher geht auch ein Löffel oder ein Messer, aber dieses kleine Werkzeug ist meiner Meinung nach nicht zu übertreffen, deshalb darf es heute in die Rubrik “Was man braucht oder auch nicht”.

Ich brauche ihn, das steht fest ;-)

Apfelausstecher

Dinge die man nicht wirklich braucht, oder vielleicht doch…

Heute muß ich meiner Begeisterung Luft machen, über einen Küchenhelfer, der ziemlich oft verkannt wird.

Wir tauften ihn der Einfachheit halber Eierköpfer, weil wir die richtige Bezeichnung irgendwann vergessen haben.

Obwohl wir stundenlang in Haushaltswarengeschäften stöbern und meist fündig werden, haben wir die Ausgabe für dieses Tool gescheut. Irgendwann schrieb ich dann einmal in der rk-rezepte-mailingliste darüber und wie schwer es mir fällt ihn ‘nicht’ zu kaufen, denn allein das Design fand ich sehr ansprechend.

Als dann mein Geburtstag nahte, klingelte es an der Tür und der Postbote brachte mir ein Päckchen, mit dem ich nun gar nicht gerechnet hatte. Sorgfältig verpackt kam das Objekt meiner Begierde zum Vorschein, eine liebe Freundin wollte mich überraschen, und das ist ihr total geglückt – danke Babs!

Nun esse ich ja nicht so viele Frühstückseier, so daß ich mich nur gelegentlich über mein Spielzeug freuen konnte. Das hat mich beschäftigt und ich habe überlegt, ob es wohl auch möglich sei, die Eier die ich zum kochen und backen verwende, auch von meinem Spielzeug bearbeiten zu lassen.

Nach vorsichtigen Versuchen – würde mir vielleicht das ganze Ei über die Arbeitsfläche laufen – kann ich berichten, daß dieser Küchenhelfer für rohe Eier fast besser geeignet ist als für gekochte. Ich setze die Eier in einen Eierbecher, lasse die Kugel herunter fallen und habe eine wunderbare haarscharfe Sollbruchstelle, ich muß nur noch vorsichtig die Kappe lösen und habe nie mehr Eierschalenkrümel in der Tasse, die sich dann oft nur schwer wieder entfernen lassen.

Man kann sagen was man möchte, es ist ein Spielzeug aber ein durchaus nützliches.
Und hier der Beweis, jedes Ei genau an der gleichen Stelle mit einer scharfen Kante…. ;-)

eierkopfersm9.jpg