Fleischküchle mit schwäbischem Kartoffelsalat

Heute gab es mal wieder Fleischküchle (Fleischpflanzl, Fleischlaibchen, Frikadellen, Buletten usw.) mit schwäbischem Kartoffelsalat.

Fleischküchle mit schwäbischem Kartoffelsalat

Fleischküchle mit schwäbischem Kartoffelsalat

Die Fleischküchle haben wir diesmal im Gegensatz zu sonst nicht vor dem Braten in Dunstmehl, sondern – einer Idee von Alfons Schuhbeck folgend – in Semmelbröseln gewälzt. Nicht schlecht muss ich sagen.

Für den Kartoffelsalat habe ich sogenannte festkochende Kartoffeln gekauft. Pustekuchen, sie waren alles andere als festkochend. Das fällt mir in letzter Zeit öfters auf, im Supermarkt bekommt man selten den aufgedruckten Typ. So sind es zwar leider nicht die gleichmäßigen feinen Rädchen geworden, weil die meisten zerbrochen sind, geschmeckt hat der Salat aber wie er schmecken soll und das ist letztlich doch die Hauptsache.

Hier die Rezepte, zuerst das für die Fleischküchle:

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: FLEISCHKÜCHLE
Kategorien: Hackfleisch
Menge: 6 bis 8 Stück

Zutaten

1     Zwiebel, fein gehackt
2 Essl.   Petersilie, fein gehackt
500 Gramm   Gemischtes Hackfleisch
1     Brötchen vom Vortag, in Milch eingeweicht und
      — gut ausgepresst
1     Ei
1 Teel.   Senf
      Salz und Pfeffer
      Semmelbrösel
      Butterschmalz

Quelle

  unsere Vorgehensweise
  Erfasst *RK* 29.12.2008 von
  Ulli Fetzer

Zubereitung

Die Zwiebelwüreflchen in Butterschmalz glasig werden lassen, fein gehackte Petersile dazugeben und abkühlen lassen.

Hackfleisch, das Brötchen, das Zwiebel-Petersilien-Gemisch, Ei, Senf, Salz und Pfeffer gut vermischen. Für die Bindung des Fleischteigs dazu unbedingt die (natürlich gut gewaschenen) Hände verwenden.

Die Fleischküchle ausformen, in Semmelbröseln wälzen und bei mäßiger Hitze in Butterschmalz ausbacken.

Dazu passt z.B. Schwäbischer Kartoffelsalat.

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… und hier das Rezept für ‚meinen‘ schwäbischen Kartoffelsalat. Auch wenn jetzt viele die Nase rümpfen werden, der Maggigeschmack gehört einfach dazu! Und wenn wie jetzt kein frischer Liebstöckel erhältlich ist, bleibt eben nur noch Maggi übrig. C’est la vie.

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: ULLIS SCHWÄBISCHER KARTOFFELSALAT
Kategorien: Salat, Kartoffeln
Menge: 2 Personen

Zutaten

500 Gramm   Salatkartoffeln (festkochende Sorte)
1     Zwiebel, fein gehackt
100-200 ml   Fleischbrühe; ca.
      Salz und Pfeffer
1 Essl.   Kressi-Essig
  Einige   Liebstöckelblätter, in feine Streifen geschnitten
      — ersatzweise Maggi-Würze
2 Essl.   Petersilie, fein gehackt
3 Essl.   Geschmacksneutrales Öl, z.B. Sonnenblumenöl

Quelle

  Eigenes Rezept
  der Vorgehensweise meiner Tante Hilde nachempfunden
  Erfasst *RK* 29.12.2008 von
  Ulli Fetzer

Zubereitung

Die Kartoffeln in Salzwasser garen, Kochwasser abgießen und Kartoffeln im geschlossenen Topf abbinden, aber nicht abkühlen lassen.

Zwiebel in Brühe 5 Minuten köcheln lassen.

Kartoffeln in noch warmem Zustand schälen und gleich in möglichst feine Rädchen schneiden. Salzen, pfeffern, Essig und die Zwiebeln mit zunächst nur einem Teil der heißen Brühe darübergeben. Alles vorsichtig vermischen. Die Kartoffeln sollen unbedingt die gesamte Marinade aufsaugen, aber dennoch feucht bleiben. Wenn die Kartoffelscheiben beim Vermischen nicht Schwätzen, d.h. ein schmatzendes Geräusch von sich geben, soviel weitere Brühe hinzugeben, bis sie zu ‚Schwätzen‘ beginnen. Auf keinen Fall darf jedoch überschüssige Brühe auf dem Schüsselboden verbleiben.

Nun Petersilie und Liebstöckelblätter (oder ersatzweise Maggi) hinzugeben, nochmals vorsichtig vermischen und schließlich das Öl untermischen und event. noch mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Wie wichtig für den Schwaben die richtige Konsistenz des schwäbischen Kartoffelsalats ist, kann man folgendem Gogenwitz lesen:

Ein Gog kommt nach seinem Frühschoppen deutlich verspätet zum Mittagessen heim und beschwert sich bei seiner Ehefrau: ‚Menschenskind, der Kartoffelsalat ist heute ja mal wieder einmal furztrocka.‘ Darauf sie: ‚Du hättest halt vor 2 Stunden kommen müssen, da wer er noch soichnass."

Weitere Kostproben für die oft recht deftigen Gogenwitze →hier.

11 Gedanken zu „Fleischküchle mit schwäbischem Kartoffelsalat

  1. Foodfreak

    Ich muss gestehen ich habe mir, da ich Probleme mit Gluten / Getreide hab, Brötchen in Frikadellen abgewöhnt. Mittlerweile mag ich die „lockere“ Konsistenz auch nicht mehr. Wenn aber Brösel, dann tendiere ich zu Panko.

    Euren schwäbischen Kartoffelsalat habe ich schon mehrfach nachgemacht – wenn ich Liebstöckel habe verwende ich ihn, Maggi kommt wegen Glutamat-Probs nicht in Frage. Aber auch mit einer reichlichen Dosis 8-Kräuter-Mix aus dem TK-Pack schmeckt der Salat ausgezeichnet. Ein prima Rezept, klassisch, einfach, lecker . danke!

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  2. Foodfreak

    ach ja und das mit den Kartoffeln kann ich bestätigen: in „festkochend“ ist oft Zeug drin das nicht mal als „vorwiegend festkochend“ durchginge und im Salat zu komischer Pampe zerböselt. Kartoffeln kauf ich auch nur noch auf dem Markt beim Bauern des Vertrauens, und sortenrein.

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  3. Einfach guad

    Euer Kartoffelsalat hätte auch von uns sein können – endlich jemand, der auch auf Kressi-Essig steht! Der Essig scheint im Schabenland bekannt zu sein 😉 Ich kenne ihn von meiner Schwiegermutter, die kommt aus Mindelheim! Bei uns kommt aber vieeeel mehr Kressi rein als ein Esslöffel! Und noch ausgebratene Speckwürfel! Lecker!
    Viele Grüsse

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  4. Ulli Beitragsautor

    @Foodfreak
    Du weißt doch, Rezepte sind nur Anregungen und gegen Änderungen – überhaupt wenn sie gesundheitlich bedingt sind – ist überhaupt nichts einzuwenden. Alle großen Gerichte sind so erfunden worden 😉
    Mit den Kartoffeln ist es wirklich schlimm. Du hast recht, wenn man etwas gescheites will, muss man zum Bauern des Vertrauens.

    @Bolli
    Auf los gehts los 😉

    @NMS
    Gerade die bescheidenen Gerichte schmecken meist gut. Nicht umsonst sagt man, dass von den Armen das Kochen lernen kann. Das ist auch der Grund, warum mittlerweile der eine oder andere Sternekoch seinen Stern zurückgab, weil ihm das vom Sterneverleiher geforderte überkandidelte Getue und so mancher Hype (z.B. Bärlauch, Balsamico, aber auch rechteckige oder wellige Teller) zum Hals heraushing.

    @Nysa
    Es freut mich, dass er Dir so geschmeckt hat. Allerdings hatte ich damals mangels Kressi-Essig Weißweinessig genommen, so wurde er mir persönlich etwas zu sauer.

    Liebe Grüße an alle
    und einen Guten Rutsch ins Jahr 2009
    Ulli

    Antworten
  5. NMS

    Hallo Ulli, habe heute es einmal nachgekocht. Also lecker war es sehr, nur die Teller sahen mal wieder nicht so appetitlich aus wie bei Euch.
    Auch von mir „Frohes neues Jahr“!

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  6. Barbara

    Ein Klassiker! 🙂

    Immer wieder gut, da habt Ihr recht. Das war übrigens das allererste Gericht, das ich selbst in unserer allerersten Wohnung gekocht habe. Davor musste ich aber noch einkaufen gehen, nicht nur Kartoffeln, sondern auch Salz, Pfeffer, Essig usw. 😉

    Euch einen guten Rutsch und ein wunderschönes, vor allem auch gesundes Neues Jahr! Liebe Grüße.

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  7. Heidi

    Ich könnte dir ein „Ident-Foto“ schicken;-) bei mir liegen sie grade auch so auf einer Platte. Das Rezept für die Laibchen UND den Salat exakt gleich. Ich fass es nicht 😉 Dachte immer die Laibchen in Brösel zu wälzen wäre Österreichisch?! Aber die bayrische Küche ist ja ziemlich ähnlich.
    Einen guten Rutsch wünsch ich euch. Glück vor allem aber Gesundheit für 2009. Viele liebe Grüsse an Ilka

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  8. schnapperin

    Die echte Schwäbin nimmt zum Kartoffelsalat nur Salatkartoffeln – dann klappts auch mit dem Kartoffelsalat.
    Und Kressi ist auf jeden Fall Pflicht! Tipp, mal etwas Senf dazugeben, schmeckt auch sehr gut

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