Spätzle

Als mich mein Lebensweg vor mehr als vier Jahrzehnten ins Land der Schwaben führte, wußte ich nicht, daß ich mich total umstellen muß, wollte ich bei den Schwaben irgendwann einmal integriert sein.

Zunächst waren da die Sprachschwierigkeiten.

In den ersten Wochen verstand ich buchstäblich kein Wort, sie hätten auch chinesisch oder russisch sprechen können, es wäre für mich auf das Gleiche herausgekommen. Doch das Ohr gewöhnt sich mit der Zeit, und ich begann zu verstehen. Dass ich es unbedingt wollte, hat dabei sehr geholfen.

Meine damalige Nachbarin sah damit den Zeitpunkt als gekommen, mir das für die Schwaben wichtigste Gericht nahe zu bringen, die Spätzle. Allerdings müssen sie schon handgeschabt sein, alles Andere gilt nicht und wird von echten Schwaben kategorisch abgelehnt.

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So zog ich denn los, um meine Aussteuer um zwei wichtige Haushaltsgeräte zu erweitern, das Spätzlebrett und den dazugehörigen Schaber.

Dem Laien sei gesagt, daß man für echte Spätzle eine ganze Weile üben muß, sie dürfen keinesfalls zu dick und groß ausfallen, sonst konstatiert der Schwabe folgerichtig, daß es sich bei der Köchin um eine faule Hausfrau handelt.

Wenn man dann noch das richtige Mehl verwendet, nämlich den Weizendunst, in Bayern ‚Wiener Grießler‘ und in Österreich ‚doppelt griffiges Mehl‘ genannt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Längst bin ich aus den Anfängen der Spätzleschule heraus gewachsen, ich habe es tatsächlich geschafft von den Schwaben als eine der ihren angesehen zu werden, denn Schwabe ist, wer schwäbisch spricht und das haben sie mir gründlich beigebracht 😉 Deshalb möchte ich diesen feinen Nudeln einmal an dieser Stelle einen Beitrag widmen.

Zu Spätzle passt so ziemlich alles, am liebsten natürlich Fleisch mit sehr viel Sauce und ein grüner Salat, der immer von einem feinen ’schlotzigen‘ Kartoffelsalat begleitet wird, ohne diesen rutscht es dem Schwaben einfach nicht so recht runter.

Wie ich sie liebe, die Schwaben mitsamt ihren Spätzle 😉

Handgeschabte Spätzle

Zu den bekanntesten Gerichten, bei denen Spätzle als Hauptgericht verwendet werden, gehören – vor allem im Allgäu – die Käsespätzle, die ganz ohne Fleisch und Sauce auskommen. Und damit es auch wirklich authentisch ist, kommt eigentlich nur ein Rezeptautor in Frage, für mich das Urgestein der schwäbischen Küche, Vincent Klink….

========== REZKONV-Rezept – RezkonvSuite v1.4
Titel: KÄSESPÄTZLE (VINCENT KLINK)
Kategorien: Pfanne, Teigware, Käse
Menge: 1 Rezept

Zutaten

H SPÄTZLETEIG
200 Gramm   Mehl
4     Eier
1 Prise   Salz
H SONST
150 Gramm   Geriebener Bergkäse
1 Essl.   Butter
2     Fein geschnittene Zwiebeln
1/8 Ltr.   Sahne

Quelle

  Koch-Kunst mit Vincent Klink
  Erfasst *RK* 27.04.2005 von
  Ulli Fetzer

Zubereitung

Mehl in eine Schüssel geben und mit Eiern und Salz zugeben. Mit einem großen Kochlöffel oder in der Küchenmaschine rühren bis er Blasen wirft. Mit Klarsichtfolie verschließen und noch wenigstens eine halbe Stunde ruhen lassen.

Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen.

Etwa 2 Esslöffel Teig auf das Spätzlebrett geben, das man vorher kurz ins kochende Wasser getaucht hat, und mit dem ebenso nassen Teigschaber (man kann auch eine Palette nehmen oder ein großes Messer) flach streichen.

Nun dünne Streifen ins kochende Salzwasser schaben. Roh gehen Spätzle sofort unter und steigen erst wieder auf, wenn sie gar sind. Mit einem Sieblöffel herausnehmen mit kaltem Wasser abschrecken, auf einem Tuch ausbreiten und kühl stellen.

Zwiebeln in etwas Butter goldbraun rösten. Die Hälfte der Zwiebeln warm stellen, die anderen mit Gemüsebrühe und Sahne ablöschen und auf die Hälfte einkochen.

Spätzle dazugeben. Mit Muskat würzen, gut durchschwenken und alles in eine feuerfeste Form geben. Mit geriebenem Käse bestreuen und im Ofen gratinieren, bis der Käse schmilzt. Die übrigen Zwiebeln obenauf geben und servieren.

Dazu passt ein grüner Salat.

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6 Gedanken zu „Spätzle

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